Ein Blog rund um Lernen mit Medien und digitale Bildung

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Working Out Loud – Woche 2 – Beiträge

In der zweiten Circle-Session berichteten wir über unsere Aktivitäten seit der letzten Woche und in der Tat haben alle drei Teilnehmenden die Aufmerksamkeit auf ihr persönliches Ziel gelenkt. Zwei Personen – mich eingeschlossen – begannen ihre Erfahrungen in Blogbeiträgen zu reflektieren. Alle drei haben sich mit Personen, die ihrem Ziel nahe stehen online vernetzt oder gar persönlich getroffen.

In der ersten Übung nahmen wir unsere Personenliste her und stuften den Grad der Vertrautheit ein – von 1) die Person weiß nicht, dass es mich gibt bis zu 5) wir interagieren regelmäßig, tauschen Ideen aus und helfen uns gegenseitig.
In der folgenden Übung versuchten wir Personen, die wir noch nicht kannten, ein Stück weit Aufmerksamkeit zu schenken, indem wir ihnen z.B: online folgten. Darüber hinaus lasen wir im Circle Guide den Großzügigkeitstest und diskutierten darüber. Ich persönlich erkannte, dass ich kleine Aufmerksamkeiten, wie beispielsweise das Aufhalten einer Tür oft von selbst mache, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. In großen Gruppen habe ich dennoch immer den Gedanken einer gerechten Aufteilung im Kopf. Da kann ich mich (noch) nicht ganz von einem gewissen Sinn für Ausgeglichenheit der Aufgaben und einem Unverständnis für Trittbrettfahrer und „Social Lurkers“ lösen. Ich biete in Gruppen gerne meine Hilfe „in Vorleistung“ an, finde es aber dennoch ab einem gewissen Punkt einseitig, wenn nur einer oder wenige in der Gruppe sich engagieren und andere nicht beitragen. Hier gibt es also in der Denke noch Luft nach oben und ich bin gespannt, ob ich hier meine Sicht der Dinge durch die Übungen des Circles weiterentwickeln kann.

Bis zum nächsten Treffen habe ich ankündigt, meine Personenliste zu sortieren und zu intensivieren und ggf. kleine Beiträge zu machen.

„Die kleinen Gaben, die du in deinem Netzwerk freiwillig verteilst, vertiefen die Beziehungen und eröffnen dir Zugang zu neuen Möglichkeiten.“
(http://linkedin.com/pulse/generosity-test-john-stepper/)

Working Out Loud – Woche 1 – Aufmerksamkeit

Gestern führten wir unseren ersten Workingoutloud-Circletermin in einer Mini-Gruppe von 3 Leuten durch. Wir einigten uns darauf, die Circle Guides jeweils vorab bereits gedanklich durchzugehen:

  •  um nicht auf Probleme mit dem Zeitmanagement zu stoßen
  • weil es alle drei Teilnehmenden als angenehmer empfinden, grob vorbereitet zu sein und nicht unter Zeitdruck in einer Videositzung erst mit den Aufgabenstellungen und ersten Überlegungen  zu beginnen

Für die Kommunikation zwischen den Sitzungen verwenden wir einen eigenen Kanal in Slack. Auch die Videositzung lief reibungslos über Slack-Videocalls ab, damit konnten wir in ein und demselben Werkzeug bleiben.
In der Rolle des Moderators bin ich eine Woche vor dem Termin den Circle Guide durchgegangen, habe meiner Ansicht nachwichtige Passagen hervorgehoben und die annotierten Bögen anschließend im Circle verteilt.

In der ersten Sitzung ging es darum, sich vorzustellen, die Beweggründe für die Teilnahme am Circle darzulegen und sich ein persönliches Ziel zu setzen. Das Ziel soll für einen selbst relevant und interessant sein und man sollte daraus etwas lernen können. Es soll helfen die „Aktivitäten in deinem Circle zu steuern, einschließlich der Beziehungen, die du aufbauen möchtest, und der Beiträge, die du leisten wirst.“(J.Stepper, WOL Circle Guide, S.3). In meiner Interpretation geht es also primär um den Weg, also die Methode des Working Out Loud, und das Ziel soll lediglich eine Unterstützung sein um sich damit auseinanderzusetzen und sich darin zu üben.  Deshalb darf sich das Ziel auch ändern oder konkreter werden, wenn man damit noch nicht ganz glücklich ist. Mein Ziel ist es, einerseits, meine Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Erklärvideos zu erweitern und andererseits nebenbei mit WOL in der Praxis firm zu werden.

In der zweiten Übung begannen wir, uns über Personen Gedanken zu machen, die uns bei der Erreichung unseres Ziels unterstützen können. Dabei ist es irrelevant, ob es sich beispielsweise um fachliche Hilfe handelt oder beispielsweise um jemanden, der die Motivation unterstützt und einen für weitere Schritte bekräftigt. Die Personenliste wird uns während des ganzen Circles weiterbegleiten und wir werden sie laufend verändern.
Nach der Erstellung teilten wir die Liste mit unseren Peers, bereits hier könnten wir vom Feedback und den Tipps der anderen profitieren – und das bei einem Circle von drei Personen. Das hat mich zugegebenermaßen sehr positiv überrascht.

Wir spürten letztendlich, dass wir uns im Auseinandersetzen mit unserem Ziel und der Personenliste bereits begonnen haben zu fokussieren und unsere Aufmerksamkeit zu schärfen. Es fühlt sich gut an, einem Thema Zeit zu widmen und sich gedanklich intensiv damit auseinanderzusetzen und dabei von vertrauten Peers unterstützt zu werden.


„Sobald man aufmerksam ist, bemerkt man Menschen und Ideen, die man vorher nicht gesehen hat. Du stellst Verbindungen her, an die du vorher nicht gedacht hast, und du beginnst, anders über dein Ziel nachzudenken.“ .“(J.Stepper, WOL Circle Guide, S.5)

Working Out Loud

Kurz vor Studienbeginn 2016 hatte ich bereits von Working Out Loud (WOL) gehört und mir das Buch gekauft, weil ich in diversen Foren davon gelesen hatte und neugierig wurde. Nun bin ich endlich mit dem Studium fertig und habe wieder Zeit für viele andere Interessen. Die Beiträge von Sabine Kluge zu WOL in Sozialen Netzwerken hatten mich bereits immer wieder bewegt und nun hatte ich endlich die Gelegenheit, sie auf der #ZPAUSTRIA2018 live mitzuerleben, in einer tollen Keynote und einem WOL-Workshop.
Dieser hat mich widerum dazu angespornt, nun endlich das Buch von John Stepper zu lesen. Bei näherer Betrachtung ist das Thema WOL dem Thema Lernen näher als ich ursprünglich dachte.

Im Arbeitsleben, wie auch im Gespräch mit Freunden und Bekannten werde ich immer wieder damit konfrontiert, wie wichtig eine Einstellung der Offenheit ein Wegbereiter für Kollaboration und generell für ein gutes Miteinander und mehr Zufriedenheit im Beruf ist und es „hakt“ an den gleichen Stellen: Streng hierarchisches Denken. Wir haben uns jahrelang Silos geschaffen, in denen wir uns bewegen. Wissen wird gehortet um unabkömmlich zu bleiben, aus Angst davor, die Arbeit zu verlieren. Unterstützt wird die hierarchische Struktur durch das Medium E-Mail: Von oben herunter kann jeder entscheiden, welche Informationen er weitergibt und welche nicht. Diese Intransparenz bedeutet Macht. Warum sollte jemand das Auflösen dieser Strukturen gut finden?

Es gibt so viele Tools, die uns mittlerweile Unterstützen und es uns einfach machen …

  • uns mit Menschen gleicher Interessen zu vernetzen
  • verschiedene Perspektiven einzuholen
  • Erfahrungen zu teilen und damit Beobachtendes Lernen und fachübergreifendes Denken zu fördern
  • gleiche Interessen und Ziele zu entdecken, redundante Arbeit zu vermeiden und Zusammenzuarbeiten
  • Kreatives zu schaffen und dieses zu teilen

Vieles zu den Vorteilen dieser Tools findet sich auch in meiner Master Thesis zu Slack in der Hochschule und lässt sich auch auf andere Tools anwenden. Letztendlich unterstützen die Tools aber nur in der Arbeitsweise und in der Umsetzung einer neuen Einstellung zur täglichen Arbeit und Kollaboration. Sie werden nicht auf fruchtbaren Boden stoßen, wenn dieses nicht vorhanden ist beziehungsweise nicht als sinnvoll angesehen wird. WOL ist ein begrüßenswerter Ansatz, diese Einstellung zu fördern.

Auch die Auseinandersetzung mit E-Portfolios im Studium passen super zu WOL. Im „Loud Outworken“ reflektiere ich mein Gelerntes und teile es mit meinen Peers. Sie können mir jederzeit und überall Feedback geben und ein laufender Lernprozess hat begonnen. Während ich im Studium meine Lernprozesse in mahara reflektierte, beschlossen Klaudia und ich nun, diese gemeinsamen Vorgänge durch ein blog wie wortkarg zu unterstützen.

2019 will ich meinen ersten WOL-Circle beginnen und bin schon sehr gespannt. Auch wenn ich mir Privatsphäre sehr wichtig ist, werde ich versuchen in diesem Experiment, mich in der Rolle des Lernenden mehr zu öffnen und meine Erfahrungen zu teilen. Ich nehme mir vor, öfter zu bloggen und gute Bekannte von mir für diese Idee zu gewinnen. Vielleicht schließen sie sich an und wir können uns als Peers gegenseitig unterstützen.

Was auch immer daraus wird, ich freue mich auf diese neue Erfahrung und danke John Stepper für die inspirierende Lektüre und Sabine Kluge für ihre Worte und ihren Auftritt in Wien.

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