Markus Rauscher

Ein Blog rund um Lernen mit Medien und digitale Bildung

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Schlagwort: tools

Tools ohne Datenhunger

Das Thema Netzpolitik und Artikel zur „dunklen Seite“ von Social Media, zu Fakenews und Filterblasen sind allgegenwärtig in den Medien. Das Internet entwickelte sich – unter massiver Einwirkung der „Big Five“ – von einem Werkzeug der offenen Communities im Dienst von Wissenschaft und Gemeinnützigkeit zu einem Netz gesteuerter Plattformen, wo Algorithmen die Sichtbarkeit von Inhalten bestimmen und die Daten der Anwender gesammelt, verknüpft und für Unternehmensinteressen genutzt oder gar verkauft werden. Es sei beispielsweise auf den Artikel zum Geburtstag des WWW auf heise verwiesen. Umso wichtiger ist daher die Vermittlung von Medienkompetenz und ein bewusster Umgang mit den Onlinetools.

Wie gehe ich persönlich damit um?
In meinem Job als digitaler Bildungsexperte arbeite ich mit einer Vielfalt an digitalen Tools. Soziale Medien stellen aus meiner Sicht ein wichtiges Werkzeug für Communities Of Practice und damit für soziales Lernen dar, beispielsweise das #twitterlehrerzimmer.

Es gibt jedoch Anwendungsfälle, in denen ich mich bewusst für offene Plattformen oder spezielle Tools entschieden habe, um meine Daten (mehr) in eigenen Händen zu behalten. Ein paar Tipps dazu möchte ich mit euch teilen:



  • Private Notizen
    als ich vor der Entscheidung stand, ob ich mit meinen privaten Notizen in OneNote 2016 auf die OneNote-App umsteige, habe ich meine Daten zu Joplin migriert. Denn die OneNote-App ist nurmehr mit Verbindung in die Cloud und nicht mehr nur offline nutzbar.
    Joplin ist Open Source und funktioniert offline. Darüber hinaus kann man die Notizen in Markdown speichern. Somit bleiben sie archivtauglich und toolunabhängig, wenn es einmal wieder zur Migration kommt.
  • Fotos
    Ich liebe gute, qualitative Fotos und ich will selbst über die Lizenzen und Nutzungsrechte entscheiden. Damit fallen Dienste wie Instagram oder 500px aus. Da ich mit meinen Bildern auch Creative Commons und OER unterstützen möchte, habe ich mir einen Pro Account bei Flickr zugelegt. Denn mit der Übernahme durch Smug Mug wird jetzt wieder Fokus auf die Bilder selbst, die Bedienerfreundlichkeit von Flickr und die Fotocommunity gelegt. Das sehen offenbar leider (noch) nicht genug Fotografiebegeisterte so, wie dieser Aufruf zur Unterstützung zeigt.
    Wer sich näher mit Details auseinandersetzen möchte, dem sei dieser Blogartikel empfohlen.

  • Bookmarks / Lesezeichen
    Die wichtigsten Bookmarks in einem schlanken, performanten Format online bei der Hand zu haben und selbst zu entscheiden, ob ein Link privat oder öffentlich ist. Das alles ist bei pinboard für 11$ im Jahr möglich. Die öffentlichen Bookmarks kann man einfach über RSS-Feed teilen.

Warum einige davon etwas kosten?
Weil immer Aufwand für Programmierung, Betrieb und Support hinter einer Software stecken und ihr diese ausnahmesweise nicht mit euren Daten bezahlt 🙂

Nachbetrachtung: Tools für die Master Thesis

a set of tools

Welche Tools waren mir in dieser heißen Zeit die größte Hilfe?

Citavi:
Großartige kostenpflichtige Literatursammel- und Zitiersoftware. Sparte mir unglaublich viel der ohnehin knappen Zeit und ist jeden Penny wert. Unlängst kam v6 raus, die wäre endlich in der Cloud und daher jederzeit und überall verfügbar.

Word:
… für den Schreibvorgang. Ohne die hilfreichen Anleitungen von Holger Matthes hätte ich fix mit mehr Herausforderungen in Word zu kämpfen gehabt …
Strg-Umschalt-F9: wandelt alle Felder in Text um und ist Gold wert – z.B. ehe man in ein PDF konvertiert oder bei sonstigem Hickehack mit Words Feldern …

OneNote:
Eierlegende Wollmilchsau zum Sammeln von Informationen. Schluckt vom Screenshot über PDF zu Internetschnipsel einfach alles und macht es leicht wieder auffind-, bekritzel- und kommentierbar. Ich habe mir sogar alle Vorgaben der Uni aus Moodle hier reinkopiert um darin und darauf annotieren zu können und v.a. um sie schnell zu finden 🙂
Auch wunderbar für Checklisten z.B. als Stütze für die Korrektur der Master Thesis

Slack:
Der benutzerfreundliche Tausendsassa für Kommunikation und Zusammenarbeit über die Ferne. Der regelmäßige Austausch mit anderen Studierenden war sehr wichtig für mich.

Soma.FM und Radio Swiss Jazz und Classic als werbefreie, angenehme Hintergrundbeschallung während fokussierter Schreibarbeit 🙂

Distraction Free Writing

Frau sitzt an ruhigem Stran und schreibt.

Das sind „ablenkungsfreie“ Schreibprogramme. Reduziert auf das Wesentliche. So wie eine leere Seite Papier, nur elektronisch.
Gerade für jene von uns, die an einer Masterthese, Dissertation oder gar einem Buch schreiben, vielleicht anfällig sind für Ablenkungen und sich auf das Wesentliche konzentrieren wollen.

Ich schreibe zwar (noch) nicht und kann auch nicht sagen, ob ich der Typ für so etwas bin, aber nach kurzem Test ist meine Empfehlung für Windows q10.
Kommt es doch sehr reduziert daher:

  • Überblendet den gesamten Desktop.
  • Ohne Symbolleisten.
  • Nichts, nur pures Schreiben.
  • Dafür kann ich mir noch die passenden Farben einstellen und das wars.

Noch dazu ist das Programm

  • kostenlos
  • offline verwendbar
  • sehr klein
  • unkompliziert zu installieren.

Wunderbar.

Sollte jemand Erfahrungen damit haben (auch mit anderen Tools), freu ich mich auf Kommentare.

Blogging

Notizbuch und Kuli

CC-BY Martin Thomas https://flic.kr/p/7gsgjf

Hier ein Link zu einem Artikel zu Blogging.
Ich selbst bin froh darüber, so etwas nicht hauptberuflich machen zu müssen.

Beitrag in der Presse am Sonntag

Interessant auch der weiterführende Link zu einer regionalen Community: https://www.blogheim.at/

Wie Aurastma zu Ausrastma wurde …

Mit der Augmented Reality App Aurasma kann man neue Erlebnisse für Lernende schaffen.
Mit einer Handyapp visiert man ein Bild an – dieses triggert andere Artefakte (ein anderes Bild, eine Audiodatei oder ein Video, …).
Eine gute Möglichkeit also, weiterführende Informationen zu platzieren…
Im Aurasma-Jargon nennt sich das fertige Produkt dann eine „Aura“.

Ein Tablet offenbart Hotspots mit weiteren Informationen zu einem anatomischen menschlichen Modell.

Augmented Reality in der Anatomie

Welche Andwendungszeck kann das Tool im Edubereich haben, ein paar Beispiele:

Welche Nachteile bestehen?

  • Die Triggerbilder müssen im realen Raum irgendwie markiert sein.
    Ich kann nicht erwarten dass jemand genau „meinen“ Punkt in der Landschaft findet.
  • Es gibt nur 1 Bild in der gesamten Aurasma-Datenbank.
    D.h. ich kann nicht ein Bild, das bereits in der (weltweiten) Datenbank besteht, mit anderen Informationen hinterlegen.
    Das ist technisch gesehen ganz logisch: Das Bild kann nur 1 Lösung triggern.
  • die Usability:
    Diese lässt schwer zu wünschen übrig. Es besteht aus meiner Sicht großes Verbesserungspotential:
    *Die App auf Android wird anders bedient wie auf iOS.
    *Die Apps sind nicht synchron mit der Internetapplikation. In der Handyapp erstellte Auras sehe ich nicht in der Webapp und umgekehrt.
    *Damit die Aura auch für andere Teilnehmer funktioniert und wirklich auffindbar ist, muss der Autor erst einen Channel erstellen, seine Aura hinzufügen und diese mit der Zielgruppe teilen. Die Zielgruppe muss dann diesem Channel folgen. Erst dann wird der Punkt auch für andere Anwender triggerbar.
    Sorry aber Letzteres macht die Applikation aus meiner Sicht so kompliziert, dass sie in dieser Form für mich nicht anwendbar ist. Mal sehen, was die zukünftigen Versionen für Verbesserungen bringen …
    Weiter Infos zu Augmented Reality und Aurasma gibt es übrigens von Josef Buchner, der Einführungsvideos, Workshops, und vieles mehr anbietet.

Explaineverything

…eine Whitboarding- und Presentationapp für Windows, iOS und Android, die am besten in Kombination mit einem Tablet und Stift funktioniert.
Seine Zeichnungen kann man sowohl live bei einem Vortrag zeichnen und auf den Projektor übertragen, als auch zu Hause quasi als Video-Aufzeichnen und auf diverse Plattformen (Youtube, Dropbox, …) exportieren.
Hierfür bietet es Timeline-Editierfunktionen: Eine Video und eine Audiospur.

  • Seine Zeichnungen kann man skalieren, anordnen, gruppieren, löschen, animieren.
  • Man kann zusätzlich Videos und Bilder in seine Zeichnungen einbauen.
  • ein virtueller Laserpointer macht es möglich auf dem Whiteboard auf gewisse Stellen zu zeigen
  • kollaborativ mit anderen am Whiteboard arbeiten

In Summer ein tolles Produkt für kreative Educators.
Leider ist es nicht kostenlos, aber mit der Edu-Lizenz bekommt man 5 User für rund 30 Euro im Jahr. Meiner Meinung nach sein Geld wert.

Edutools

Ich habe nun die Liste der Education-Tools migriert und mit dem WP-Plugin TablePress als sortierbare responsive Tabelle dargestellt.
Sortierpfeilchen wirken sich unschön auf die Kopfzeile aus, aber ohne Sortierung macht es meiner Meinung nach keinen Sinn.
Diese Angelegenheit geisterte mir schon ein paar Tage im Kopf herum. Ich hoffe die Wartung der Liste ist hier weniger umständlich, zeitintensiv und hemmschwellig und sie bleibt daher aktuell und ist mir und vielleicht auch anderen dadurch eine Hilfe 🙂

 

css.php